Marketing auf facebook

Soziale Netzwerke wie facebook als Marketingtool einzusetzen, bietet die Chance, dass deren Nutzer sich mit einer Marke identifizieren, mit dieser interagieren und dies auch öffentlich machen, zumindest im Kreis ihrer Freunde. Laut aktueller Statistik (09/09) tummeln sich in Deutschland rund 4,3 Mio. Nutzer auf facebook, 53% davon Männer und 60% zwischen 18 und 34 Jahren. Aktivitäten auf facebook dienen eher der langfristigen Markenführung und dem Image-Aufbau als dem Abverkauf, denn es lassen sich langfristige Beziehungen zu den Konsumenten aufbauen, die auch rückkanalfähig sind. Die “Fans” lassen ihre Freunde an ihren Aktivitäten teilhaben, und so verbreiten sich (Marken-)Botschaften weiter.

Über die Möglichkeiten der Markenkommunikation auf facebook hat das Team von Xihit Solutions in Berlin einen Leitfaden verfasst, den man hier bestellen kann. Xihit beschäftigt sich intensiv mit facebook, vor allem in der Programmierung von Marketing-Applikationen. Der Leitfaden richtet sich an Unternehmen und Agenturen, die im Marketing auf facebook aktiv werden wollen. Im ersten Teil wird zunächst die Architektur ausführlich erläutert: Seiten und Anwendungen sind laut Leitfaden sehr gut von Marken nutzbar, Gruppen eher nicht geeignet. Was in Frage kommt, muss abgewogen werden, oft macht es die Kombi aus beiden. Damit sich Fans mit ihren Freunden jedoch über eine Marke austauschen, muss ein relevanter Inhalt gefunden werden. Dabei geht es nicht um den “push” von Werbebotschaften, sondern darum, ob die Inhalte den User zu einer Aktivität animieren, ob sie also viral werden können.

Seiten werden kostenfrei von facebook zur Verfügung gestellt. Der Administrator kann den Fans einer Seite über den Publisher kommentierbare Nachrichten senden oder Updates zu Inhalten erstellen, die bei den Fans unter „Aktualisierungen“ erscheinen. Eine Seite lebt von ihrer Fangemeinde! Den Aufbau beginnt man am besten mit der facebook Fanbox, die als Widget in externen Seiten eingebunden werden kann. Zudem sollte die neue Seite innerhalb von facebook mit Anzeigen (Abrechnung nach cpc) beworben werden. Auch hier reicht ein Klick zum Fanwerden. Über den Admin-Bereich stellt Facebook detaillierte Statistiken über die Fans und deren Aktivität zum Auslesen zur Verfügung.

Anwendungen müssen programmiert werden, sind aber individueller als das Standardlayout der Seiten. Anwendungen haben fast keine Einschränkungen und unterliegen keinen Layout-Restriktionen. Der Betreiber kann Anfragen, Benachrichtigungen oder Einladungen zum Chat an die Nutzer versenden. Zudem können über die API hier, je nachdem, was die User hinterlegt haben und nach gesonderter Nutzergenehmigung, einzelne Nutzerdaten ausgelesen und für das CRM verwendet werden. Jede Anwendung muss entsprechend virale Elemente besitzen, damit sie weiter empfohlen wird und die Nutzerzahlen steigen können, z.B. ein Newsfeed, eine ProfilBox, Einladungs- und Tell-a-friend-Mechanismen.

Im zweiten Teil präsentiert der Leitfaden viele spannende Fallbeispiele mit Screenshots und kurzen Beschreibungen: Von Puma (Gewinnspiele) über Reebok (Easytone Fitness-Teams), Mini (Videos mit Kommentarfunktion) bis hin zu Snickers (Wort-Transformator in die Logotypo) lassen sich hier sehr gute Inspirationen finden. Neben dem den Leitfaden abrundenden Glossar lohnt es sich auch, immer wieder mal in das Blog reinzuschauen!

Ergänzung: facebook hat für die kommenden Monate Änderungen für Anwendungen und Seiten angekündigt. Vor allem werden die Kommunikationskanäle zu den Nutzern gänzlich neu geordnet, sodass wichtige Punkte aus dem Leitfaden dann nicht mehr gelten. Mitte November gibt es ein update mit neuen Empfehlungen, über das man sich auf einer neuen facebook Fanpage informieren kann.

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