Social Media: ein gutes Tool ersetzt keine schlechte Strategie
“Brauchen wir nicht auch eine Facebook-Seite?” oder “Sollten wir nicht langsam auch mal anfangen zu twittern?” – solche (so lobenswert aufgeschlossenen wie wenig zielgerichteten) Fragen stellen viele sich heute. In der “alten Welt” hieß das: “dazu sollten wir dringend eine Pressemeldung herausgeben” oder “dann machen wir doch mal wieder eine Pressekonferenz”…
Gerade weil der Social Media Hype durch immer neue fancy Tools bestimmt wird, will ich hier noch einmal den Fokus auf das richten, warum wir uns Kommunikationsberater nennen: Jede Maßnahme hat nur so viel Erfolg, wie ihre zugrundeliegende Strategie fruchtet. Oder: Ein schickes Werkszeug ersetzt das Nachdenken nicht.
Deshalb stellen wir uns erst einmal den folgenden Fragen:
Wer ist meine Zielgruppe? und Was tut meine Zielgruppe? … manchmal macht es Sinn, Zielgruppen für einzelne Aktionen zu segmentieren oder eine Kernzielgruppe zu definieren.
Wo hält sie sich im Netz auf? Wo finden welche Gespräche statt? Und: Wer sind dort Multiplikatoren, Fürsprecher und Aktive, mit denen ich ins Gespräch kommen sollte? … Diese Informationen bekomme ich nur durch Zuhören! Ein Social Media Monitoring hilft ungemein und muss nicht viel kosten. Einen guten ersten Überblick verschaffen oft schon Google Alerts und Twitter-Search.
Was will ich erreichen? Was ist das Ziel meiner Kommunikation? … Merke: Social Media heißen deshalb so, weil sie von Menschen genutzt werden, um sich zu verbinden, zu aktivieren, auszutauschen. Beteiligung und Engaging sind Bedingung für Erfolg.
Was erwartet meine Zielgruppe von mir als Marke/als Unternehmen? Wie trete ich am besten auf? … Die Unternehmenskultur und die Markenwerte transportieren, und vor allem: sich selbst treu bleiben.
Erst mit Antworten auf diese Fragen können die richigen Plattformen, Kanäle, Anwendungen ausgewählt werden. Zuerst die Strategie, dann ein Ja oder eben auch ein bewusstes Nein zu einem Tool. Ein Tipp für den Anfang: Keine Angst zu experimentieren! Mehrere Aktionen starten und nur dort weitermachen, wo die meiste Resonanz erzeugt wird…
Ganz richtig.
Solche Fragen wie “Brauchen wir nicht auch eine Facebook-Seite?” oder “Sollten wir nicht langsam auch mal anfangen zu twittern?”
sind immer der Anfang, wenn sich Menschen einem neuen Thema nähern.
Das sollten wir nicht einfach als dumm und naiv abtun.
Bevor Menschen sich oder für ihre Marke Ziele setzen, wollen sie sich erst einmal mit dem Terrain vertraut machen.
In Deutschland werden doch eher zu lange Pro und Contra abgewägt und im Zweifelsfall lieber nichts getan.
Stimme voll zu: “Keine Angst zu experimentieren!”
Es kursieren schon die ersten Checklisten mit der Tonality “Die Experimentierphase ist vorbei! Jetzt muss es perfekt oder gar nicht sein!”
@Klaas naiv muss in der Kommunikation nicht immer = dumm sein! neue Wege, Funktionaliäten, Haltungen müssen mit Neugierde, Individualität und Authentizität angegangen und ausprobiert werden, deshalb können “perfekte Checklisten” gar nicht für jeden gültig sein.